Ein zugegeben besonders ausführlicher Bericht von der Mannschaftssitzung der Herren 65 am 13.03.2014

04.04.2014 14:15

Ein Meilenstein in der Saisonplanung!

Soviel steht fest: Diese Sitzung in der Tennisklause wird in die Tennisgeschichte eingehen. Der Mannschaftsführer konnte überzeugend darlegen, dass man mit der Abkehr von einer überkommenen Routine nicht mehr zeitgemäßer Regeln hin zu einer modernen Philosophie beweisen wird, dass sportlicher Erfolg planbar ist.

In einer eindrucksvollen Rede, die alle Beteiligten in ihren Bann zog, stellte der Mannschaftsführer die Grundsätze der Neuausrichtung vor.

Qualität durch Neuzugänge und Konkurrenzkampf steigern

Die Zeiten sind vorbei, in denen sich Spieler bequem zurücklehnen konnten, in der Gewissheit, jederzeit zum Einsatz zu kommen, weil es der Teamleitung an Alternativen mangelt. Durch konsequente Erweiterung des Kaders mit erfolgshungrigen und sieggewohnten Champions der Bezirksoberliga H70 wird den etablierten Kräften im 65er Team deutlich gemacht, dass sich keiner auf seinen nicht einmal wirklich vorhandenen Lorbeeren ausruhen darf. Aber auch der jugendliche Nachwuchs wird nicht fehlen und den Alteingesessenen gehörig Beine machen. Es ist gelungen, aus der H50 einen technisch hochtalentierten Spieler zu engagieren, dessen außergewöhnliche Vorhand in keinem Lehrbuch steht, der zudem mit seinem Spiel- und Wortwitz eine Bereicherung für die Truppe darstellt. Für die Weisheit der sportlichen Führung spricht dabei, dass für die Verpflichtung der Verstärkungen zwar gewisse Sponsoren-Maßnahmen erforderlich, aber alle Neuzugänge ablösefrei sein werden.

 

Umlage zur Finanzierung professioneller Trainingsbedingungen

Das bisherige Mannschaftstraining der H65 war durch veraltete Methoden gekennzeichnet. Nicht effizient (es ging viel Zeit mit dem Einsammeln der Bälle verloren) und teilweise gar der Gesundheit keineswegs förderlich. Erfahrene Sportmediziner wissen, dass über 80% der Spieler dieser Altersklasse nicht nur Probleme mit dem Rücken bekommen, wenn sie sich beim Aufheben der Bälle bücken müssen, sondern dass es sehr oft beim Wiederaufrichten auch zu starken Schwindelgefühlen und Ohrensausen kommt. Manche sehen dann sogar Sterne! Diese Prozedur ist kontraproduktiv und muss unbedingt vermieden werden. Die Mannschaft trägt dem dadurch Rechnung, dass künftig beim Training umlagefinanziert willige Mädchen und fixe Jungs gegen Bezahlung (nicht unter dem gesetzlichen und flächendeckenden Mindestlohn) die Spieler vom Aufheben der Bälle entlasten. Es spricht für den Teamgeist der H65, dass keiner von ihnen viel Aufhebens davon gemacht hat, sondern alle freudig zugesagt haben, ihren Anteil der Kosten zu tragen.

Wichtige Regeln einhalten

Ergänzend hat der Mannschaftsführer noch hinzugefügt, dass gefährliches Bücken auch außerhalb des Platzes vermieden werden muss. Bekanntlich gibt es in jeder Sportlergruppe Personen, die sich arglos und ohne die Folgen zu bedenken, sofort nach der Seife bücken, wenn sie ihnen im Duschraum aus den Händen geglitten ist. In der Fachsprache werden diese Unwissenden „Seifenbücker“ genannt. Es wurden deshalb Handzettel an alle im Team verteilt, die klare Instruktionen dazu enthalten, was zu tun ist, wenn einem Spieler unter der Dusche die Seife herunterfällt. Mit lautem Pfeifen sind alle Mitspieler zu alarmieren, die dann sofort den notorischen Seifenbücker daran hindern, das glitschige Objekt aufzuheben und gleichzeitig damit beginnen, ihm mit ihrer eigenen Seife beim Waschen des Rückens und anderer Körperteile behilflich zu sein. Am Ende der schriftlichen Duschregeln steht dann noch, dass es unter gar keinen Umständen dazu kommen darf, dass man sich etwa von seinen Gegner einseifen lässt!

Mentales Training mit klaren Zielvorgaben

Allen Fachleuten ist bekannt, dass der moderne Tennissport nicht mehr ohne mentales Training auskommt. Die Aussage: „Wichtich iss auff‘n Platz“ stammt von bildungsfernen Schichten in NRW, die andere Sportarten betreiben als wir. Deswegen legt die Mannschaftsführung den Fokus darauf, die Grundlagen für intelligente Matchführung auch dadurch zu schaffen, dass klare Anforderungen im Hinblick auf die Intelligenz der Spieler gestellt werden. Dies ist umso wichtiger, weil leider der Tennisverband es versäumt, Schiedsrichter für alle Begegnungen zu stellen. Grundvoraussetzung für jeden Spieler im Wettbewerb ist es also, fehlerfrei zählen zu können. Im Gegensatz zu anderen Sportarten verlangt der Tennissport ja nicht nur, eins und eins zusammenzuzählen, sondern man muss gar zweistellige Ziffern in noch dazu unterschiedlicher Größenordnung und völlig unlogischer Reihenfolge addieren können. (Nebenbei sei bemerkt, dass wir den Franzosen nicht nur Gutes verdanken, wie z.B. Gänsestopfleber und die Ideale Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, sondern auch diese völlig bescheuerte Zählweise im Tennis, die leider schon einen riesigen Prozentsatz potenzieller Seiteneinsteiger aus anderen Sportarten intellektuell überfordert.)

Es ist also unbedingt zu berücksichtigen, dass man als Tennisspieler nicht ganz doof sein darf, wenn man im Wettkampf bestehen will. Zur Sicherstellung, dass die Spieler nicht etwa durch Nachlässigkeit ihren mittlerweise erreichten Status geistiger Leistungsfähigkeit verlieren, hat der Mannschaftsführer jedem Spieler Hausaufgaben gestellt, die in der Woche zwischen den Wettkämpfen erledigt werden müssen. Dazu gehört u.a. die fehlerfreie Lösung der Gewinnspielrätsel in Sport 1.

Als Beispiel:“Wer hat noch nie ein Finale in Wimbledon gewonnen?

A) Boris Becker B) Albert Einstein“

Es versteht sich von selbst, dass zusätzlich regelmäßiges Lesen der Bildzeitung als Pflichtlektüre verlangt wird, Davon kann befreit werden, wer nachweist, die „FAZ“ abonniert zu haben, denn dahinter steckt bekanntlich immer ein kluger Kopf, selbst wenn er sie gar nicht liest, sondern sich dahinter vor der Steuerfahndung versteckt,

Wie ernst es die Mannschaftsführung mit diesem Thema meint, zeigt sich daran, wie extrem hoch die Messlatte liegt:

Jeder Spieler muss seinen IQ ständig oberhalb der Zimmertemperatur halten!

Neben der Grundintelligenz wird auch gefordert, dass sich die Spieler dauernd darin üben, ihr Durchsetzungsvermögen zu stählen, um so die nötige Wettkampfhärte mitzubringen. Das kann auch außerhalb des Platzes jederzeit praktiziert werden, z.B. in allen Auseinandersetzungen mit der Partnerin oder dem Partner. Auf Einzelschicksale kann hier keine Rücksicht genommen werden. Jedes Harmoniebedürfnis ist völlig fehl am Platz. Vor allem die Zusammenkünfte der Mannschaft vor oder nach den Spielen in den einschlägigen Szenelokalen eignen sich hervorragend dazu, die eigene Durchsetzungsfähigkeit zu trainieren. Bei egal welchem Thema kommt es darauf an, gnadenlos der eigenen Position zum Sieg zu verhelfen, indem man jedem Teilnehmer sofort ins Wort fällt, ihn ständig beleidigt und alle an Lautstärke so lange übertrifft, bis keiner mehr Lust hat, Gegenwehr zu leisten. Allen Spielern wird dringend empfohlen, sich pro Woche etliche Talkshows als Anschauungsunterricht zu Gemüte zu führen.

Solchermaßen mental gestärkt ist man in der Lage, auch ganz praktische Anweisungen des Mannschaftsführers so zu befolgen, dass der Erfolg nicht ausbleiben kann. Es handelt sich dabei um drei eherne Prinzipien:

  1. DURCH STÄNDIGES AUSGEBEN DEN ERFOLG SICHERN

Das Ausgeben wird häufig missverstanden. Auch der Präsident unserer Tennisabteilung scheint der irrigen Annahme zu sein, dass es darum geht, möglichst häufig Runden eines vom Pächter der Tennisklause mit geheimen Zutaten gemixten Spezialdrinks auszugeben. Das mag für kurze Zeit den Teamgeist fördern, hilft aber auf dem Platz im Kampf Mann gegen Mann wenig. Stattdessen geht es darum, jeden, aber auch wirklich jeden vom Gegner geschlagenen Ball auszugeben, der irgendwo in Nähe zur Linie aufprallt. Unterstützt wird der „Ausruf“ durch die hoch erhobene Hand mit eng aneinander gehaltenem Daumen und Zeigefinger, die signalisieren, wie knapp der Ball im Aus gewesen sein soll. Wer diese Grundregel des Ausgebens befolgt, wird Punkt auf Punkt für sich verbuchen. Sollte der Gegner es wagen, Einwände vorzubringen, hilft die oben unter Durchsetzungsvermögen beschriebene Wettkampfhärte.

  1. IMMER DEN SCHRITT NACH VORN WAGEN

Im Fußball wird heute ständig von erfolgreichem „Pressing“ geredet. Was ist damit gemeint? Unbefangene werden dabei daran denken, den Gegner mit frisch gebügelten Hemden zu beeindrucken, aber Eingeweihte wissen, dass es darum geht, durch energische Vorwärtsbewegung den Abstand zum Gegner so zu verringern, dass er unter Druck gerät und Fehler macht. Nichts anderes müssen wir im Tennis praktizieren und zwar beim Aufschlag, der bekanntlich einer der wichtigsten Schläge im Tennis ist. Was tun wir also? Wir machen beim Aufschlag einen entschlossenen Schritt nach vorn ins Feld und treffen den Ball mit mindestens einem Fuß in Bodenhaftung weit vor der Grundlinie. Der Gegner hat weniger Zeit zur Reaktion und begeht Fehler. Er wird es auch nicht wagen, einen Fußfehler zu reklamieren, nachdem er schon beim Ausgeben leidvolle Erfahrung mit unserer Durchsetzungskraft gemacht hat. Einige unserer Teamkollegen beherrschen den Schritt nach vorn beim Aufschlag schon jetzt ganz gut. Es gibt aber leider noch viel zu viel Linientreue, die nicht bereit sind, dem Erfolg alles andere unterzuordnen. Daran muss gearbeitet werden.

  1. JEDEN SCHLAG SO AUSFÜHREN, ALS WÄRE ES DER LETZTE

Viele Schläge werden leider nicht mit dieser oben beschriebenen Konsequenz ausgeführt. Es fehlt der kompromisslose Einsatz aller verfügbaren Muskelkraft, gestützt durch unbedingten Siegeswillen und den Gegner einschüchterndes, ohrenbetäubendes Ausatmen. Dieses in asiatischen Kampfsportarten bewährte Verhalten muss so automatisiert werden, dass es in Fleisch und Blut übergeht und ausnahmslos bei jedem Schlag Anwendung findet. Das ist bei uns durch Kuschelerziehung, Sozialleistungen und elektrisch betriebene Jalousien degenerierten Sattbürgern leider ins Unterbewusste verdrängt worden und muss durch ständiges Training mühselig wieder freigelegt werden. Das bedeutet: Übung, Übung, Übung. Auch hier gilt es, jede Gelegenheit zu nutzen, den inneren Schweinehund zu überwinden. Also sind alle H65er aufgefordert, nicht nur auf dem Tennisplatz daran zu arbeiten, sondern auch daheim jede sich bietende Gelegenheit zum Schlagtraining zu nutzen. Es geht also darum, auch im Privatleben jeden Schlag mit der gebotenen unerbittlichen Wucht auszuführen. Bekanntermaßen ist das familiäre Umfeld des Sportlers besonders wichtig, um optimale Bedingungen in der Vorbereitung des Wettkampfes zu schaffen. Deshalb sind Frau und eventuell noch im Elternhaus wohnende Kinder dazu aufgerufen, in Ausübung christlicher Tugenden nach jedem erlittenen Schlag auch die andere Wange bzw. Backe oder sonstige Körperteile hinzuhalten, damit das Training auch mit der nötigen Schlagfrequenz absolviert werden kann. Vor dem Einsatz von Hilfsmitteln des täglichen Lebens, die dem Tennisschläger irgendwie ähnlich sind, wie z.B. Teppichklopfe oder Kochlöffel sollte sich niemand scheuen, nur weil diese Gegenstände üblicherweise im Haushalt vom schwachen Geschlecht genutzt werden. Lediglich das Nudelholz ist so stark männerfeindlich geprägt, dazu noch mit dem Tennisschläger aerodynamisch in keiner Weise vergleichbar und sollte daher keine Anwendung finden.

Weil kein zielorientiertes Leistungsmanagement ohne Erfolgskontrolle auskommt (in Fachkreisen spricht man von Evaluierung) sind sämtliche Familienmitglieder verpflichtet, jeden Montag zur Trainingszeit beim Mannschaftsführer zum Appell anzutreten. Dort wird dann genauestens inspiziert, ob sich im Laufe der Woche auch die entsprechenden Veilchen, Beulen und Hämatome am Körper gebildet haben. Spieler, deren Angehörige einen zu hohen Grad an körperlicher Unversehrtheit aufweisen, müssen mit der empfindlichen Strafe der Nichtberücksichtigung im nächsten Spiel bei gleichzeitiger Zahlung des üblichen Heimspiel-Tagessatzes rechnen. Lediglich rein psychische Deformationen der Familie werden übrigens nicht anerkannt. Einerseits erforderte die Kontrolle solcher Schäden vom Mannschaftsführer allzu viel im Wettkampf nur leistungshemmendes Einfühlungsvermögen, und andererseits wäre der Simulation und Vortäuschung Tür und Tor geöffnet.

Die Energiewende ernst nehmen „CHILLEN IST OUT!“

Zum Schluss seiner epochemachenden Rede wandte sich der Mannschaftsführer einem globalen Problem zu. Auch Tennisspieler müssen sich der Aufgabe stellen, ihren Beitrag zum Allgemeinwohl nachhaltig zu leisten.

Der Klimawandel ist ja heute in aller Munde, und damit ist keineswegs der Frauen in unserer Altersklasse plagende, häufig wiederkehrende Hitzeanfall gemeint. Der ist ja nur eine – wenn auch lästige – Randerscheinung, die sich allerdings für den Tennisspieler leistungsmindernd auswirken kann, falls er daheim noch nicht über die für Wettkampfsportler unerlässliche Einrichtung getrennter Schlafzimmer verfügt. Hier ist schleunigst Abhilfe zu schaffen, und sei es dadurch, dass die Partnerin es sich nachts auf der Couch im Wohnzimmer gemütlich macht.

Nein, der stets über den Tellerrand hinausschauende und sogar den Kirchturmhorizont überblickende Mannschaftsführer zeigte auf, dass neueste wissenschaftliche Untersuchungen revolutionäre Erkenntnisse erbracht haben. Fälschlicherweise wurde immer angenommen, dass man der drohenden Erderwärmung mit althergebrachten Methoden beikommen könnte. Tennisgrößen wie Nadal, der „Joker“*) oder Murray versuchen heute noch, nach Wettkämpfen durch Eintauchen in Eiswasser (das extra aus der damit verschwenderisch ausgestatteten Arktis mit besonders leisen Cargo-Maschinen über den Globus transportiert wird) ihren Beitrag zur Energiewende zu leisten. Wenn das Eis dort am Nordpol ohnehin schmilzt, meint man, es wenigstens noch nutzbringend regenerativ anwenden zu sollen. Das mag etwas für sich haben, greift aber viel zu kurz angesichts der Tatsache, dass es jeden Tage mindestens zweimal bereits eine Minute vor Zwölf ist. Diese Maßnahmen sind quasi nur Globuli bzw. kleine Tropfen auf den heißen Felsen.

Die verblüffende neue Erkenntnis lautet demgegenüber, dass wir Hitze mit Hitze bekämpfen müssen. Was steckt dahinter? Der menschliche Organismus reagiert auf Kältezufuhr unter Einsatz großer im Körper gespeicherter Energiereserven mit gesteigerter Blutzirkulation, um Unterkühlung zu vermeiden. Was tut der Körper dabei für die Umwelt? Nichts! Im Gegenteil, er produziert sogar noch zusätzliche Wärme, die unser Klima unnötig weiter aufheizt.

Was lernen wir daraus? Der Körper des Sportlers muss erwärmt werden, denn nur dann gerät er ins Schwitzen. Im Training erreicht er dies durch Bewegung. Das kann aber über die Woche nur begrenzt geschehen, weil sonst die (bei H65 und H70) alten Knochen nicht mehr mitmachen.

Hier hielt der Mannschaftsführer mit seinen Ausführungen kurz inne. Ausnahmslos jeder Zuhörer in der Tennisklause sollte Gelegenheit haben, sich seine eigenen Gedanken zur Lösung des Problems machen, was bei dem sonst üblichen Stimmengewirr nur selten möglich ist. Man hätte in dem Lokal hören können, wenn ein Tennisball zu Boden fällt (war aber glücklicherweise nicht der Fall), so still und angestrengt dachten alle nach.

Dann nahm der Mannschaftsführer seine Rede wieder auf und verkündete die Lösung, nicht ohne die Frage voranzustellen: „Was erzeugt der menschliche Körper, wenn er schwitzt? Richtig! Schweißtropfen, welche anschließend verdunsten und damit etwas produzieren, was möglicherweise nur gelernten Physikern wie Angela Merkel geläufig ist, nämlich die sogenannte Verdunstungskälte. Diese wird an die Umwelt abgegeben, reduziert deren Erwärmung und stellt somit eine extrem wichtige Zusatzkomponente der Energiewende dar. Es hat sich ja nun dank der GroKo herausgestellt, dass zum Beispiel der Weiterbetrieb von Kohlekraftwerken und die Befreiung wichtiger Unternehmen von Umlagekosten wesentlicher Bestandteil der Energiewende sind und bleiben müssen.

Daran ist also nichts zu ändern, und deshalb muss jeder Bürger und natürlich auch Tennissportler nicht nur finanziell über den Strompreis seinen Beitrag dazu leisten, dass die alternativlose Energiepolitik der Regierung mit flankierenden Maßnahmen unterstützt wird. Fragen wir nicht, was Herr Gabriel für uns, sondern was wir für die Gemeinschaft tun können. Also schwitzen wir alle für den Klimaschutz!

In einem wahrhaft historisch zu nennenden Moment präsentierte der Mannschaftsführer dann die praktische Maßnahme dazu:

Jeden Freitag Mannschaftstreffen in der Backstube!

Wir schlagen dabei so viele Fliegen mit einer Klappe, dass wir sie (trotz der schon erwähnten, im Tennis gebräuchlichen mathematisch anspruchsvollen Addierung der Punkte) gar nicht zählen können.

Die in der Backstube im nahe gelegenen Gut Neuhof reichlich vorhandene Restwärme, die Aufnahme der dort dargebotenen energiereichen Speisen und – nicht zu vergessen – der hochprozentigen Flüssigkeiten sorgen quasi als Nebeneffekt dafür, dass wir gehörig ins Schwitzen geraten. Dies soll sogar auf jene Mitspieler (Namen werden hier nicht genannt) zutreffen, deren Tenniskleidung beim Training und während der Spiele nicht einmal den Ansatz einer durch Schweißtropfen erzeugten Verfärbung aufweisen.

Welch ein innovativer Ansatz! Man muss dazu sagen, dass diese nobelpreisverdächtige Erleuchtung dem Mannschaftsführer nicht ganz allein gekommen ist. Eine kleine radikale Minderheit im Team hat schon vor Jahren damit begonnen, zur Regenerierung heimlich an die Stelle des traditionellen Chillens einen Aufenthalt in der Backstube zu setzen. Es ist dieser Gruppe hoch anzurechnen, dass sie nach vielen Feldversuchen ihre Erkenntnisse nicht egoistisch für sich behalten haben, sondern der Mannschaftsführung zugetragen haben.

In seiner allseits bekannten Bescheidenheit hat der Mannschaftsführer darum gebeten, hier nicht namentlich genannt zu werden. Diese Haltung verdient großen Respekt (falls davon beim Leser nach dessen reichlicher Verschwendung an einen wegen eines Kavaliersdeliktes verurteilten Fußballpräsidenten und Märtyrers noch etwas übrig ist).

Deshalb in Stellvertretung mit sportlichem Gruß:

Der Protokollant

 

*) den Ausdruck „Joker“ hat der MF in seiner rücksichtsvollen Art offenbar verwendet, um dem Protokollanten zu ersparen, die richtige Schreibweise des Namens der serbischen Tennisgröße googeln zu müssen.